GmbH-Klartext · Folge 42
GmbH verkauft – wie viel Steuer? Teileinkünfteverfahren & Holding
1:19 Min. · veröffentlicht am
Worum es in dieser Folge geht
Was bleibt beim Verkauf von GmbH-Anteilen nach Steuern übrig? In Folge 42 von GmbH-Klartext erklären wir die Grundregeln für Verkäufer.
Das klärt die Folge:
- Privatvermögen, Beteiligung ab 1 % (§ 17 EStG): Teileinkünfteverfahren – 40 % des Gewinns steuerfrei, 60 % zum persönlichen Steuersatz (§ 3 Nr. 40 EStG).
- Gewinnberechnung: Kaufpreis minus Anschaffungskosten minus Verkaufskosten; Kosten nur zu 60 % abziehbar (§ 3c Abs. 2 EStG).
- Beispiel: 60.000 € Kaufpreis, 25.000 € eingezahlt → 35.000 € Gewinn, 21.000 € steuerpflichtig; bei kleineren Gewinnen ggf. Freibetrag (§ 17 Abs. 3 EStG).
- Holding-GmbH: meist 95 % steuerfrei (§ 8b KStG), Geld bleibt zunächst in der Holding.
- Holding kurz vor dem Verkauf: siebenjährige Sperrfrist (§ 22 UmwStG) – hilft meist nicht. Früh mit dem Steuerberater rechnen.
Keine Steuerberatung.
Das Gespräch zum Nachlesen
Leon Stern (Unternehmer): Ich verkaufe meine GmbH-Anteile mit Gewinn. Wie viel davon bleibt nach Steuern?
Nichalia Schwartz (Beraterin): Halten Sie die Anteile privat und mit mindestens einem Prozent, gilt das Teileinkünfteverfahren. 40 Prozent des Gewinns sind steuerfrei, 60 Prozent werden mit Ihrem persönlichen Steuersatz besteuert.
Leon Stern (Unternehmer): Und wie wird der Gewinn berechnet?
Nichalia Schwartz (Beraterin): Kaufpreis minus Anschaffungskosten, also oft das eingezahlte Stammkapital, und minus Verkaufskosten. Auch diese Kosten zählen nur zu 60 Prozent.
Leon Stern (Unternehmer): Ein Beispiel: Kaufpreis 60.000 Euro, eingezahlt hatte ich 25.000 Euro.
Nichalia Schwartz (Beraterin): Dann beträgt der Gewinn 35.000 Euro. Steuerpflichtig sind davon 21.000 Euro. Bei kleineren Gewinnen kann zusätzlich ein Freibetrag greifen.
Leon Stern (Unternehmer): Gibt es eine günstigere Lösung?
Nichalia Schwartz (Beraterin): Gehören die Anteile einer eigenen Holding-GmbH, sind beim Verkauf meist 95 Prozent steuerfrei. Das Geld bleibt dann aber zunächst in der Holding.
Leon Stern (Unternehmer): Kann ich die Holding kurz vorher noch gründen?
Nichalia Schwartz (Beraterin): Das hilft wegen einer siebenjährigen Sperrfrist meist nicht. Lassen Sie Ihre Zahlen deshalb früh vom Steuerberater durchrechnen. Den kostenlosen Ankaufscheck finden Sie auf nachfolgehaus.de.
Ausführlich erklärt
Die Grundregeln der Besteuerung
Halten Sie die Anteile privat und sind mit mindestens einem Prozent beteiligt, gilt § 17 EStG mit dem Teileinkünfteverfahren: 60 Prozent des Gewinns sind steuerpflichtig. Für kleine Gewinne gibt es einen Freibetrag nach § 17 Abs. 3 EStG.
Gehören die Anteile einer Holding-GmbH, ist der Gewinn nach § 8b KStG weitgehend steuerfrei. Bei steuerneutraler Einbringung kurz vor dem Verkauf droht aber wegen der Sperrfrist von sieben Jahren eine rückwirkende Besteuerung (§ 22 UmwStG).
Mehr dazu: Steuern beim GmbH-Verkauf
Häufige Fragen
Wie viel Steuer zahle ich beim Verkauf?
Bei privat gehaltenen Anteilen ab einem Prozent sind 60 Prozent des Gewinns mit Ihrem persönlichen Steuersatz zu versteuern.
Lohnt sich eine Holding?
Bei langfristiger Planung oft. Kurz vor dem Verkauf wegen der Sperrfrist meist nicht.
Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung.
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